Radfahrer bekommen Unterstützung

23.05.2012 · Presse · Mannheimer Morgen

Verkehr: Alle Parteien begrüßen in Ausschuss die Einrichtung von Radstraßen / Leihradsystem noch vor den Sommerferien

Mannheim macht Platz für Radfahrer. Gestern Abend stimmte der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) einstimmig der Einrichtung von sieben neuen Fahrradstraßen zu. In der Innenstadt gehören dazu die südliche Tattersallstraße und die Berliner Straße. "Es geht uns bei diesem Thema um gegenseitige Rücksichtnahme und nicht um die Benachteiligung des motorisierten Individualverkehrs", sagte der zuständige Bürgermeister Lothar Quast.

In Fahrradstraßen gelten besondere Regeln: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 30 Kilometern pro Stunde, Autos müssen sich im Zweifel dem Tempo und Rhythmus der Radler anpassen. Die dürfen hier etwa auch nebeneinander fahren - und zwar auf der Straße. In der Berliner Straße, wo es auf den Bürgersteigen Radwege gibt, fallen diese weg. "Das schafft dort einen größeren Puffer für die Außenbestuhlung der Gastronomen", so Klaus Elliger, Leiter des Fachbereichs Städtebau.

Bei Politikern aller Parteien stieß der Schritt ausnahmslos auf Zustimmung, allenfalls Detailfragen wurden diskutiert. So fragte Peter Pfanz-Sponagel (CDU), ob die Mönchwörthstraße geeignet sei, sein Parteikollege Konrad Schlichter äußerte Bedenken wegen der Berliner Straße. Grundsätzlich, betonten beide, stünden sie hinter dem Vorhaben. Von einem "positiven Signal Mannheims als fahrradfreundliche Stadt" sprach Boris Weirauch (SPD). Er regte an, die Bürger auf die neue Straßenform deutlich aufmerksam zu machen - etwa mit einer Öffentlichkeitskampagne. Zustimmung gab es auch von Volker Beisel (FDP), für die Grünen lobte Gerhard Fontagnier die "700-prozentige Steigerung": Bisher gab es eine Fahrradstraße (Schlossgartenstraße), künftig werden es acht sein. Und Rolf Dieter (Mannheimer Liste) schlug vor, die Tattersallstraße gleich durchgehend zur Radstraße zu machen.

Die sieben Straßen werden nun mit neuen Markierungen und Schildern versehen. Eingeplant sind dafür insgesamt 100 000 Euro.

Und das war es noch nicht in Sachen Radverkehr: Noch vor den Sommerferien soll Mannheim ein eigenes kostenpflichtiges Leihrad-System bekommen. Auch das beschlossen die Mitglieder des AUT gestern einstimmig. Das System wird von einer privaten Firma aufgebaut und betreut, die Stadt bezahlt in den ersten drei Jahren einen Zuschuss von insgesamt 240 000 Euro. Das Unternehmen Nextbike will an gut 20 Stellen in der Innenstadt Stationen aufbauen, an denen sich jeder ein Rad ausleihen und auch wieder zurückgeben kann. In Heidelberg und Ludwigshafen wird Nextbike ebenfalls noch in diesem Jahr ein Verleihsystem aufbauen