Mannheims Bäume und Stadtwälder drohen Rodungen zum Opfer zu fallen.

12.08.2020 · Presse · Redaktion

Pressemeldung: Grüne Waldgefahr

Dank dem breiten Engagement der Bürgerschaft und der Unterstützung durch kleine Fraktionen im Gemeinderat ist es vereinzelt gelungen, unsinnige Fäll- und Rodungsarbeiten von Baumbestand und Stadtwald zu verhindern. Noch immer besteht die Gefahr, dass infolge der „Rheindammsanierung“ tausende Bäume zum Opfer fallen. Klimaschutz und Klimaverbesserungen stehen in Mannheim noch immer auf den hinteren Rängen. Die jüngst getroffene Entscheidung, die überdimensionierte Bebauung im Friedrichspark ist leider ein schlimmes Beispiel dafür, dass die Mannheimer Rathausspitze es mit Klimawandel und Klimaschutz nicht ernst nimmt. Der vielgepriesene, als Allheilmittel berufene Grünzug hat sich letztendlich als Heißluftnummer herausgestellt. Und selbst wenn dieses Vorhaben gehalten hätte, was versprochen wurde – Frischluft für die Innenstadt – wäre diese Zusage durch die zahlreichen Abholzungen und Flächenversiegelungen hinlänglich konterkariert worden. 

Dem breiten Engagement der Bürgerschaft ist es mit zu verdanken, dass die geplanten Rodungen im Käfertaler Wald zu Gunsten der Windkraft in der windarmen Rheinebene verhindert werden konnten. So wurden 160 ha Wald (ca. 240 Fußballfelder) vor der Vernichtung gerettet. Bei der Rheindammsanierung war es die grüne Umweltbürgermeisterin, die sich für Abholzplänen des RP Karlsruhe keine Alternative vorstellen konnte. 

En passant wurde Mitte Juni dieses Jahres der AUT über die Pläne der Evangelischen Pflege Schönau informiert, dass mit einem massiven Kraftakt in den nächsten Monaten damit begonnen wird, 90 ha (ca. 160 Fußballfelder) Käfertaler Wald „umzubauen“, zur Rodung freizugeben.

In Anbetracht der kommenden Landtagwahlen sind neue Töne bei den Grünen zu hören und erstmals werden die Eingriffe in die lebenswichtigen Waldflächen mit kritischen Stimmen begleitet. Noch vor wenigen Tagen war in der Tagespresse zu lesen, dass die Arbeit der scheidenden grünen Bürgermeisterin Anerkennung gezollt wird und Gründe für die Trennung nicht nachvollziehbar seien. 

Richtig ist, dass die Verwaltung unsere Fragen nach den wirtschaftlichen Hintergründen der Pläne für die Rodungen bis dato nicht beantwortet hat. Offen ist auch die Frage, ob die Umweltbehörde den Arbeiten in der geplanten Form eine Genehmigung erteilt hat. Mannheims Bäume und Stadtwälder sind in Gefahr. Ohne breite Unterstützung der Bürgerschaft wird kein Umdenken in der Verwaltung zu Erzielen sein.