Fraktionen unterstützen Neubaupläne

06.02.2019 · Presse · Mannheimer Morgen

Kliniken: Politik von Standortsuche des Theresienkrankenhauses überrascht / Parteien wollen sich nicht zu einzelnen Standorten äußern

Die Nachricht, dass das Theresienkrankenhauses (TKH) einen neuen Standort sucht, erreichte die Gemeinderatsfraktionen am Montagabend mitten in der Sitzung. Und der Tenor aus CDU, SPD, Grünen und Mannheimer Liste ist ähnlich: Von den Plänen war den Politikern nichts bekannt – doch alle signalisieren auf „MM“-Anfrage grundsätzlich Unterstützung für das TKH.

Am Montag berichtete diese Zeitung, dass das Theresienkrankenhaus erwägt, an anderer Stelle in Mannheim neu zu bauen. Die Klinik bestätigte das als eine von mehreren „baulichen Optionen“. Treibende Kraft hinter den Plänen sollen die neuen Eigentümer sein, der Orden der Barmherzigen Brüder Trier. „Wir wünschen uns, dass die Stadtverwaltung mit diesem großen Arbeitgeber sehr sorgsam umgeht und alle Möglichkeiten auslotet“, sagt Claudius Kranz, Fraktionschef der CDU. Eine seriöse Einschätzung, welche Flächen in Mannheim in Frage kämen, könne er nicht abgeben – schließlich sei gar nicht bekannt, wie viel Platz das TKH eigentlich benötige. Allerdings sei für ihn klar, dass „der Untere Luisenpark mit Sicherheit kein Standort sei“, sagte Kranz. Auch die Stadt hatte diese benachbarte Fläche ausgeschlossen.

„Die SPD-Fraktion unterstützt das Theresienkrankenhaus bei seinen Überlegungen“, sagt Fraktionschef Ralf Eisenhauer. Schließlich gehe es darum, dass die Klinik weiter einen wichtigen Beitrag zu medizinischen Versorgung nach neuesten Standards leisten wolle. Da bislang aber keine Standort-Optionen bekannt seien, könne die SPD dazu nichts sagen. Grundsätzlich stehe seine Partei verstärkt für eine Innenentwicklung der Stadt, sagt Eisenhauer, und damit weniger für Neubauten am Stadtrand.

„Gut für TKH und Patienten“

Die Grünen halten es „grundsätzlich für wichtig, das Theresienkrankenhaus in Mannheim zu halten“. Zu geeigneten Flächen könne man ebenfalls nichts sagen. Aus gesundheitspolitischer Sicht hält die Fraktion aber einen Standort im Norden der Stadt für „durchaus vorstellbar“, weil die Universitätsmedizin und das Diakonissenkrankenhaus in der Mitte und im Süden liegen. Eine Bebauung von innerstädtischen Gründ- und Freiflächen schließt die Fraktion aus – „insbesondere kommt für uns keine Bebauung des Unteren Luisenparks als grüne Lunge der benachbarten Stadtteile in Frage“.

„Das TKH ist auch in die Jahre gekommen, es wurde immer wieder saniert und modernisiert“, schreibt Achim Weizel von den Freien Wählern/Mannheimer Liste. Jetzt sei es begrüßenswert, dass die neuen Eigentümer offensichtlich auch bereit seien, großzügig zu investieren, „was gut ist für das TKH und die Patienten“. Ein Standort auf der „Grünen Wiese“ im Stadtgebiet ist für die Mannheimer Liste im Moment aber schlecht vorstellbar. Standorte, die sich spontan anbieten würden, gebe es derzeit wohl nicht.