Stadträte entscheiden über Radweg durch die Au

30.01.2019 · Presse · Mannheimer Morgen

Grünzug: Neue Route soll die Innenstadt schnell und bequem mit den nördlichen Stadtteilen verbinden / Kritik an Streckenführung

Wie soll der neue Radweg durch die Feudenheimer Au führen? Die Stadt möchte die Strecke in die teilweise umgestaltete Landschaft legen, jetzt müssen die Politiker über den Plan entscheiden. Schon gestern wurde er im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses vorgestellt, in der kommenden Woche stimmt darüber dann in öffentlicher Sitzung der Gemeinderat ab. An der Wegführung und am Entscheidungsgang gibt es auch Kritik.

„Trassenführung Radschnellweg Grünzug Nordost“ ist die Vorlage überschrieben, die öffentlich auf der Homepage der Stadt einsehbar ist. Darin legt die Verwaltung dar, wie die Radler künftig vom südöstlichen Ende der Au an der Feudenheimer Straße durch das Landschaftsschutzgebiet zum nördlichen Ende am Aubuckel gelangen sollen. Der Weg führt dabei in leicht geschwungener Form direkt durch die Au. Die Trasse soll dann weiter über Spinelli laufen und Teil einer weitreichenden Radwegstrecke in die nördlichen Stadtteile sein.

Bereits in der Leitentscheidung zur Bundesgartenschau, die der Gemeinderat mehrheitlich im Mai 2017 fällte, war die Wegeführung so in etwa vorgesehen. In der Zwischenzeit habe es aber Verhandlungen mit den Kleingärtnern gegeben, schreibt die Verwaltung in der Vorlage. Dabei hätten die Kleingärtner eine „angepasste Streckenführung“ durchgesetzt. Statt ursprünglich geplant 70 müssen nun 26 Parzellen verlegt werden, um Platz für den Radweg zu machen. Die betroffenen Pächter bekommen eine Entschädigung und eine neue Fläche angeboten (wir berichteten), von allen liegen nach Angaben der Stadt unterschriebene Einwilligungserklärungen vor.

Rampe am Aubuckel verkürzt

Der Weg soll am nördlichen Ende der Feudenheimer Au über eine Rampe den Höhenunterschied zum Aubuckel Richtung Spinelli überwinden. Diese Rampe, schreibt die Stadt, habe man von geplanten 180 Metern auf 100 Meter verkürzt, um den Eingriff geringer zu halten. Zudem soll sie teilweise als Brücke das Gebiet überspannen.

In den vergangenen Monaten hat es kritische Stimmen gegeben, zuletzt deswegen, weil der Radweg einen zu großen Eingriff in die Natur darstelle. Es wurden andere Streckenführungen vorgeschlagen, diese ließ die Stadt prüfen. Verkehrsplaner aus Darmstadt begutachteten mehrere Varianten und kommen zu dem Schluss, dass die geplante Variante durch die Au am geeignetsten sei, um eine „möglichst direkte und qualitativ hochwertige“ Verbindung herzustellen. Auch der Fahrrad-Club ADFC hatte sich für diese Variante ausgesprochen.

Naturschützer hatten bemängelt, dass an der Stelle, wo die Rampe entstehen soll, die streng geschützte Orchideenart Bienen-Ragwurz wächst, die dadurch in ihrem Bestand bedroht sei. Zudem entzündete sich jetzt aktuell Kritik daran, dass die Bezirksbeiräte zu kurzfristig eingeladen worden seien und dass der Hauptausschuss gestern im nichtöffentlichen Teil über die Vorlage diskutierte. Das bemängelten Mitglieder der Bezirksbeiräte Käfertal und Feudenheim. Auch die Mannheimer Liste, die schon gegen den Leitentscheid gestimmt hatte, kritisierte die Planung in einer Pressemitteilung. Ein Stadtsprecher verwies auf Anfrage darauf, dass die Einladung an die Bezirksbeiräte mit dem Versand der Vorlage auf den Weg gebracht worden sei. Zudem enthalte die Vorlage „keine grundlegenden Neuigkeiten“, die Wegeführung sei bereits bekannt gewesen.

Die Entscheidung fällt am kommenden Dienstag, 5. Februar, ab 16 Uhr der Gemeinderat im Stadthaus N 1 in öffentlicher Sitzung.