Grünes Licht für Wohnbebauung

17.10.2018 · Presse · Mannheimer Morgen

Hauptausschuss: Debatte zu Spinelli dreht sich vor allem um bezahlbare Immobilien und die Frischluftzufuhr

Nach langer Debatte gab es am Ende doch ein deutliches Ergebnis: Den Rahmenplan für Spinelli hat in der gestrigen Hauptausschusssitzung eine breite Mehrheit bewilligt – eine klare Empfehlung für die Gemeinderatssitzung am 23. Oktober. Dafür stimmten SPD, CDU, Grüne und Linke, dagegen FDP, ML/Freie Wähler und Bürgerfraktion.

In der inhaltlichen Auseinandersetzung ging es vor allem um die geplante Dichte der Bebauung mit 1800 Wohneinheiten und um klimatische Auswirkungen für die jetzigen Bewohner in Käfertal-Süd, deren Gebäude durch die Erweiterung quasi in zweite Reihe rücken.

Mit Blick auf die Frischluftzufuhr für die Bestandsgebäude hatte die CDU-Fraktion beantragt, ein Strömungsgutachten mit Strömungsmodell zu erstellen, um mögliche negative Auswirkungen durch die Neubebauung auszuschließen. Die Klimaexperten gehen von „sehr geringen“ Verschlechterung gegenüber dem jetzigen Zustand aus. Damit das Gebiet insgesamt mehr durchlüftet wird, habe man die Bebauung zum Spinelli-Park hin extra aufgelockert, hieß es von der Verwaltungsbank.

Oberbürgermeister Peter Kurz sprach hier von einem Spannungsverhältnis aus ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten, das er in dem intensiv und mit hoher fachlicher Expertise ausgehandelten Rahmenplan für ausgewogen erachte. Die Fraktion Freie Wähler/Mannheimer Liste wollte in ihrem Antrag mit dem „Mythos“ aufgeräumt wissen, durch den Grünzug Nordost werde mehr Frischluft in die Mannheimer Innenstadt transportiert. Dies schlossen die anwesenden Klimagutachter für die Planken zwar aus. Die Kaltluftzonen in den die Innenstadt umgebenden Grünzügen und Frischluftschneisen tragen nach Expertenmeinung aber sehr wohl dazu bei, dass zumindest die äußeren Bereiche der Quadratestadt abgekühlt werden. Dadurch, dass die heiße Luft aus der Innenstadt emporsteige, ströme Kaltluft aus dem Umland nach.

Die weitere Diskussion drehte sich vor allem um das Verhältnis von Miet- zu Eigentumswohnungen. Die Christdemokraten wollen die Eigentumsquote erhöhen – auch in den mehrgeschossigen Häusern. Sie fordern, dass die 30 Prozent-Quote für bezahlbare Mietwohnungen nicht pro Gebäudekomplex, sondern als Vorgabe für das gesamte Quartier gelten soll. Die SPD kann laut Sprecher Reinhold Götz den erzielten Kompromiss mittragen, pocht deshalb auf mindestens 500 bezahlbare Wohnungen in Käfertal-Süd und am Wingertsbuckel. Ursprünglich waren die Planer von über 2200 Wohneinheiten ausgegangen.

Aus Sicht von Dirk Grunert (Grüne) ist es wichtig, dass in Spinelli Freiraum langfristig gesichert wird. Eberhard Will (Bürgerfraktion), lehnte die Vorlage wegen zu vieler „erzieherischer Vorgaben“ bezüglich Mobilitätsverhalten ab. Nach Volker Beisels (FDP) Geschmack entstehen im Grünzug zu viele Großbauwerke, Thomas Trüper (Linke) hätte sich mehr bezahlbare Wohnungen gewünscht – stimmte aber trotzdem zu.