Einstimmige Empfehlung für eine Gerneralsanierung

18.07.2018 · Presse · Mannheimer Morgen

Nationaltheater: Vertreter aller Parteien bekunden großen Rückhalt

Er freute sich, dass er „breite Unterstützung als Signal mitnehmen kann“: Einstimmig, so zählte Oberbürgermeister Peter Kurz, gab der Hauptausschuss des Gemeinderats am Dienstag Abend eine Empfehlung für die Generalsanierung des Nationaltheaters ab. Die endgültige Entscheidung fällt am Dienstag im Gemeinderat. Damit erhält die Verwaltung zugleich den Auftrag, die Planung voranzutreiben und eine Baugenehmigung zu beantragen.

„Volle Zustimmung“ bekundete SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer: „Die SPD steht hinter dem Nationaltheater – traditionell und aktuell“. Seine Partei investiere „sehr gerne“, wie er betonte, in das Theater als „wichtigen Ort der Bildung, Kultur und Diskussion“. Zwar handele es sich finanziell um eine „einzigartige Größenordnung“, doch mit Zuschüssen von Bund und Land sei die „außergewöhnliche und einzigartige Summe darstellbar“. Allerdings appellierte Eisenhauer an Architekt und Theaterleute, sie hätten „eine ganz hohe Verantwortung“, den Kostenrahmen einzuhalten.

„Wir hoffen, dass keine weiteren Überraschungen kommen“, sagte CDU-Fraktionschef Claudius Kranz. Die CDU stehe hinter dem Theater und der „zwingend notwendigen“ Sanierung, habe die Vorlage wegen der hohen Kosten aber „mit gemischten Gefühlen“ erwartet und hätte ihr „nur mit Bauchgrimmen“ zugestimmt. Leichter falle dies der CDU nun dank der 80-Millionen-Euro-Zusage vom Bund, die der Oberbürgermeister und der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel „in einer gemeinsamen Aktion“, so Kranz, ermöglicht hätten. Nun erwarte man auch einen ebenso hohen Landeszuschuss.

Ebenso froh und dankbar äußerte sich Achim Weizel, Fraktionsvorsitzender der Mannheimer Liste (ML). „Es liegt viel Arbeit vor uns, aber der Anfang ist gemacht“, so Weizel. Als „schmerzlich“ bezeichnete er, dass nicht alle Wünsche des Theaters erfüllt werden können, „obwohl sie deutliche Verbesserungen erbracht hätten“. Die Diskussion der vergangenen Wochen habe jedenfalls gezeigt, dass die Idee eines Neubaus „immer ohne rationale Basis war“, sagte er, kritisierte indes die „schleppende Informationspolitik“ der Stadtspitze dazu.

„Es wäre hilfreich gewesen, die Machbarkeitsstudie von 2012 früher zu erhalten“, monierte ebenfalls Birgit Reinemund (FDP). Skeptisch äußerte sie sich zudem wegen der Ersatzspielstätten, signalisierte dennoch aber klare Zustimmung zu der Sanierung. Eberhard Will (Bürgerfraktion) bezeichnete das Nationaltheater als „Bastion der deutschen Parallelgesellschaft, wo noch europäische Traditionen gepflegt werden“ und begründet so sein positives Votum. Auch klar hinter das Theater stellte sich Thomas Trüper (Linke) und warnte, die Ausgaben dafür gegen andere Aufgaben auszuspielen: „Eine Stadt ohne Theater wäre ein Zeichen kultureller Armut!“

Oberbürgermeister Kurz versicherte, durch die Sanierung des Theaters würden „andere Politikbereiche keinen finanziellen Schaden nehmen“. Die Stadt allein wäre mit dem Betrag zwar „an ihre finanzielle Leistungsfähigkeit gekommen“, doch die Zusage des Bundes sei „eine enorme Hilfe“ und er erwarte Unterstützung vom Land „genau in der Dimension wie der Bund“.