Parteien begrüßen Ideen für Boulevard

18.07.2018 · Presse · Mannheimer Morgen

Verkehr: Auf Antrag der CDU wird der Grundsatzbeschluss über den Rückbau der B 38 auf Herbst vertagt

Der Grundsatzbeschluss zum Rückbau der B 38 ist auf Herbst verschoben worden. Die CDU-Fraktion brachte in der gestrigen Sitzung des Konversionsausschusses einen entsprechenden Antrag ein, der die Zustimmung der anderen Parteien fand. „Mehrere hundert Seiten können nicht so kurzfristig durchgearbeitet werden“, bat Stadtrat Konrad Schlichter um Verständnis, dass der CDU-interne Meinungsbildungsprozess noch Zeit brauche. Bis auf die Mannheimer Liste / Freie Wähler signalisierten alle anderen Fraktionen grundsätzliche Zustimmung.

Wie berichtet, plant die Stadt, die B 38 in einem zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Viernheimer Kreuz und Mannheimer Straße zu einem Stadtboulevard zurückzubauen. Neue Kreuzungsbereiche und Wegebeziehungen sollen die angrenzenden Wohngebiete besser vernetzen, durch die Wegnahme von Fahrspuren entstehen Freiflächen, die ein Heranrücken der Gewerbebetriebe bis an die Straße ermöglichen. Nach dem Vorbild der Augusta-Anlage sollen Bäume gepflanzt werden.

Weniger Verkehrslärm für Vogelstang und Käfertal sowie eine Aufwertung für den gesamten Stadtraum sieht Ralf Eisenhauer (SPD) als entscheidende Vorteile. Aus Sicht von Konrad Schlichter ist es mit Hinzukommen der Konversionsflächen Turley, Spinelli, Franklin und Taylor „wichtig und notwendig, dass diese Verkehrsachse verändert wird“. Die CDU sieht allerdings noch nicht alle Verkehrsfragen geklärt. 

Für die Grünen ist neben der Schaffung eines repräsentativen Stadteingangs vor allem die Reduzierung des Verkehrslärms wichtig. „Die Stadt muss die notwendigen Mittel für ein ansprechendes Wohnumfeld in die Hand nehmen“, so Dirk Grunert. Als „überfällig“ bezeichnete Thomas Trüper (Linke) die Maßnahme. Auch Birgit Reinemund (FDP) begrüßt die Maßnahme, Voraussetzung sei aber, dass der Verkehr auch in Stoßzeiten staufrei abfließen könne. 

Nach Meinung von ML-Stadtrat Roland Weiß hat die Stadt die Chance verpasst, eine zukunftsfähige Lösung anzustreben. Aus Sicht der Freien Wähler sind die Kreuzungsbereiche unzureichend gelöst, auch für den Fahrrad- und Individualverkehr gebe es keine nachvollziehbaren Planansätze. dir