Kritik an Betriebshof-Plänen

05.07.2018 · Presse · Mannheimer Morgen

Konversion: Fachbereich Grünflächen und Umwelt legt Wirtschaftlichkeitsgutachten zu umstrittenem Neubau auf Spinelli vor

Am 24. Juli steht im Gemeinderat der Grundsatzbeschluss über den Bau eines zentralen Grünbetriebshof auf dem Spinelli-Kasernengelände in Feudenheim an. Auf 2,8 Hektar Fläche plant der Fachbereich Grünflächen und Umwelt seine vier derzeitigen Betriebshöfe (Harrlachweg, Lina-Kehl-Weg, Gartenschauweg und Rheinpromenade) an einem einzigen Standort zu zentralisieren. Doch das Projekt ist umstritten. Die Feudenheimer befürchten den Verkehrskollapps am Aubuckel, der BUND den Verlust schützenswerter Arten. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Feudenheim“ sammelt Unterschriften gegen das Vorhaben.

Gestern Abend erschien Bürgermeisterin Felicitas Kubala persönlich in der Bezirksbeiratssitzung, um die Feudenheimer von dem Standort zu überzeugen, an dem einmal bis zu 200 städtische Mitarbeiter beschäftigt sein sollen. Aus ihrer Sicht macht ein zentraler Grünhof auf Spinelli Sinn, denn neben der Bundesgartenschau sind im Zuge des Ausbaus des Grünzugs Nordost auf Konversionsgebieten mehr als 120 Hektar neue Grünflächen geplant, die gehegt und gepflegt werden müssen. Rein betriebswirtschaftlich mache ein Neubau Sinn, weil die vorhandenen Betriebshöfe allesamt stark sanierungsbedürftig sind.

Diese Auffassung vertritt jetzt auch ein Gutachten der Firma Drees & Sommer, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Nach den errechneten Werten kommt ein zentraler Neubau mit 33,8 Millionen Euro deutlich günstiger als die Sanierung der Bestandsgebäude, die rund 43,5 Millionen Euro kosten würde. Auch die Betriebskosten werden von Drees & Sommer mit 13 000 Euro für den Neubau gegenüber 20 000 Euro bei Weiterbetrieb der vier bestehenden Standorte wesentlich niedriger veranschlagt. Als dritte Variante wurde ein kleinerer Grünbetriebshof auf Spinelli bei Erhalt des Standorts Lina-Kehl-Weg überprüft. Danach wären die Kosteneinsparungen bei Fahrtwegen, Fuhr- und Maschinenpark sowie Personal auf Spinelli mit 210 000 Euro viermal so hoch.