Grünes Licht für Umzugspläne

12.07.2017 · Presse · Mannheimer Morgen

Ausschuss für Umwelt- und Technik gibt grünes Licht für Umzugspläne von Bauhaus und Segmüller ins Columbus-Quartier /Kritik an Randsortimenten

Die beiden Firmen Segmüller und Bauhaus können ihre jetzigen Standorte auf das Columbus-Quartier an der B 38 zwischen Käfertal und Vogelstang verlagern. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat am Dienstag grünes Licht gegeben. Damit ist die Stadt Mannheim beauftragt, entsprechende planungsrechtliche Voraussetzungen zu schaffen. Segmüller plant seine jetzige Verkaufsfläche im Mühlfeld auf 45 000 Quadratmeter zu verdreifachen, auch Bauhaus will sich vergrößern.

Wie Bürgermeister Lothar Quast eingangs bestätigte, sind beide Unternehmen schon seit längerem im Gespräch mit dem Fachbereich Wirtschafts- und Strukturförderung, weil sie nach alternativen Grundstücken innerhalb von Mannheim suchen. Das Columbus-Quartier - ein Teil der ehemaligen US-Wohnkaserne Benjamin Franklin Village - bot sich dafür an. Ende 2018 geht das Teilgebiet von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an die Stadt über. Bis dahin sind noch Flüchtlinge in Teilen der ehemaligen Kasernengebäude untergebracht, die dann komplett abgerissen werden.

Die Diskussion in der Ausschusssitzung am Dienstag drehte sich aber vielmehr um die Einhaltung des Zentrenkonzepts. Für das Einrichtungshaus Segmüller wird eine Ausnahmeregelung notwendig, weil es seine zentrenrelevanten Randsortimente, die laut Zentrenkonzept bei großflächigem Einzelhandel nicht erlaubt sind, an den neuen Standort mitnehmen möchte. Die vorgesehenen 2000 Quadratmeter überschreiten aber die erlaubte Höchstgrenze von 800 Quadratmetern. Laut Klaus Elliger vom Fachbereich Stadtplanung hatte Segmüller zuerst mit 8000 Quadratmetern geliebäugelt.

Die Stadträte Gabriele Baier, Dirk Grunert (Grüne), Christopher Probst (ML/Freie Wähler) und Eberhard Will (Bürgerfraktion) stimmten deshalb gegen ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren. Grunert befürchtet Schaden für das Vogelstang-Center, den geplanten Rewe-Markt an der Mannheimer Straße und das künftige Einzelhandelszentrum in Franklin-Mitte. Christopher Probst erinnerte an die Auswirkungen der damaligen Marktkauf-Ansiedlung für die umliegenden Stadtteilzentren. "Wir dürfen den Fehler hier in Käfertal auf keinen Fall wiederholen", warnte er.

Die weitere Diskussion drehte sich darum, inwieweit im Mühlfeld in Neuostheim, also dem Planungsbereich der jetzigen Segmüller-Filiale, Wohnbebauung zulässig sein sollte. Die CDU-Fraktion hatte hierzu einen Antrag gestellt, in dem sie über die studentische Wohnnutzung im Sondergebiet für Bildungszwecke (Duale Hochschule Baden-Württemberg) hinaus auch allgemeine Wohnnutzung fordert. Klaus Elliger warnte davor, das Gewerbegebiet schon zum jetzigen Zeitpunkt für studentisches Wohnen zu öffnen, sagte aber zu, dies bis zum Billigungsbeschluss zu prüfen.