Multihalle: längere Frist, mehr Geld

28.06.2017 · Presse · Mannheimer Morgen

Architektur: Stadträte gegen Einrichtung neue Chance

Mit sehr breiter Mehrheit hat der Gemeinderat gestern Abend der Multihalle eine neue Chance gegeben. Bis Ende 2019 bleibt nun Zeit, über die Zukunft des zur Bundesgartenschau 1975 im Herzogenriedpark errichteten Bauwerks zu entscheiden. Zugleich bewilligten die Stadträte 158 000 Euro für Veranstaltungen, internationale Öffentlichkeitsarbeit und eine Kampagne, um Spender für die Sanierung zu gewinnen.

Vor einem Jahr hatten bis auf Steffen Ratzel (CDU) alle Stadträte Sympathie für baldigen Abriss erkennen lassen und nur eine kurze Gnadenfrist bis Ende 2017 gestattet. Nun wandten sich lediglich ML, FDP und "Bürgerfraktion" ausdrücklich gegen den Erhalt der Multihalle; eine Debatte gab es gestern nicht mehr.

Zuletzt hatte es mehrere klare Voten von Architekten für den Erhalt sowie konkrete Nutzungsideen gegeben, vom Kreativsportzentrum über einen internationalen Ort der Begegnung oder Konferenzzentrum für Hochschulen bis zum Lager für Messebauer, Fläche für Zirkus, Lapidarium oder Kartbahn.

Sport beklagt Hallenknappheit

Die Sportvereine Mannheims würden es "sehr begrüßen", wenn die Multihalle erhalten bliebe. Das sagte Michael Scheidel, der Vorsitzende des Sportkreises, dem "MM". "Das wäre eine perfekte Kaltlufthalle, sie bietet im Sommer Schatten, im Winter ist sie nicht zu windig und immer überdacht", erklärte er. Vom Beachvolleyballturnier bis zu Trendsportarten und eine engere Kooperation mit Schulen der Neckarstadt - hier sei viel möglich, so der Vorsitzende der Dachorganisation von 45 Sportvereinen mit 150 000 Mitgliedern. "Wir haben in Mannheim absolute Hallenknappheit, der Bedarf ist da, in jedem Fall", sagte Scheidel. Dafür reiche es auch, die Überdachung zu sanieren. Zu klären wäre nur die Frage der Trägerschaft.